Guter Syrer, schlechter Syrer: Der Gutmenschen-Kolonialismus der westlichen Linken

erstellt am: 14.10.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Stolz wie Mama war Deutschland diese Woche auf zwei junge Männer aus Syrien, die ihren terrorverdächtigen Landsmann überwältigten und ihn der Polizei übergaben. Wie das genau ablief, kann man hier nachlesen. Wenn das stimmt, darf man den Herren gratulieren. Die meisten hätten sich aus dem Staub gemacht, die Polizei gerufen und sie die Drecksarbeit machen lassen. Ein wenig Applaus ist also durchaus angebracht.

Bei einigen scheint allerdings weniger die Art der „Festnahme“ für Jubel zu sorgen, als die Tatsache, dass die zwei Männer selbst Syrer sind und einen Landsmann an die Polizei verrieten. Manche möchten den neuen deutschen Helden gar das Bundesverdienstkreuz verleihen. Bei anhaltender Terrorgefahr dürften sich in den kommenden Jahren noch so einige Menschen einen Orden verdienen – sofern sie nahöstliche Migranten oder sowas in der Art sind, versteht sich. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf. Denn auch die großen Leitmedien sind aus dem Häuschen, als sei es etwas wirklich Außergewöhnliches, dass normale Menschen jemanden bei der Polizei melden, der plant, sich in einer Menschenmenge in die Luft zu sprengen. Selbst Jürgen Todenhöfer hätte da wohl auf sein Sensationsinterview verzichtet und die Bullen gerufen. Was will man uns mit all den Jubelmeldungen also sagen?

Zwei gute Syrer gegen einen schlechten ist ein guter Syrer mehr

Nicht erst seit der Flüchtlingskrise ist es eine der Lieblingsmacken der Linken, sich der „Fremden“ anzunehmen und ihr Bild in der Öffentlichkeit in ein schönes Licht zu rücken. Diese Migranten-PR läuft unter dem Schlagwort „Kampf gegen Rechts“, als ließe sich ein eingefleischter Neonazi von seinem Weltbild heilen, wenn man nur genug gut integrierte, bekopftuchte Quotenmuslimas durch die Manege führt. Nachdem der Stammtisch mal wieder recht behalten hat, als er warnte, offene Grenzen seien eine Einladung an Terroristen, kommen den linken Multikulti-Fans die drei mutigen Syrer deshalb gerade gelegen. Manche ließen sich zu einem Meisterstück an Logik hinreißen und wiesen darauf hin, dass nun alle Syrer erwiesenermaßen gute Menschen seien, schließlich stehe es jetzt 2 zu 1: Zwei gute Syrer gegen einen schlechten. Wollte man sich auf dieses Niveau herablassen, könnte man entgegnen, mit der Festnahme sei die innere Sicherheit eigentlich nur wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden – so, als hätte man die Grenzen nie geöffnet. In jedem Fall sind alle mächtig stolz – fast wie Mama, die allen ihren Freundinnen von den guten Noten ihrer Liebsten erzählen muss.

Der Gutmenschen-Kolonialismus der westlichen Linken

Zu Zeiten des Kolonialismus hielten viele Europäer die Kolonisation für eine gute Sache, schließlich würde sie den Wilden die Zivilisation bringen und das Leben in den Kolonien nachhaltig verbessern. In einer solchen Betrachtungsweise ist die Hierarchie eindeutig: Oben steht der zivilisierte und gebildete Mensch, darunter der Wilde, dem es zu helfen gilt. Vollends entzückt war man, wenn sich die Fremden an die eigenen Bräuche anpassten: Schaut her, wie fein sich mein Wilder benehmen kann, er trinkt sogar Bier und dient in unserer Armee! Heute scheint die Entsprechung dessen zu sein: Seht her, wie fein sich meine Syrer benehmen. Manche wollen sogar arbeiten und haben etwas gegen Terroristen!

Weite Teile der Linken scheinen der Ideologie des Multikulturalismus so sehr verfallen, dass sie nicht einmal mehr merken, wie sie im Namen der guten Tat selbst die Hierarchien beleben, die sie an „Rechtspopulisten“ kritisieren. In den Augen linker Multikultifans verkommen Einwanderer zum Objekt der eigenen Wohltaten. Gleichzeitig scheint man davon auszugehen, der Ruf von Syrern in Deutschland sei tatsächlich so schlecht, dass man ihre guten Taten besonders hervorheben müsse. Dabei entzündet sich die Kritik an der Einwanderungspolitik in der Regel ja gar nicht daran, dass Syrer nach Deutschland kommen, sondern dass während der Flüchtlingskrise auch für diejenigen der Schlagbaum gehoben wurde, die gute Gründe haben, die No-Border-Utopie im Sinne ihres Geschäftsmodells herbeizusehnen. Dies wiederum ist für eine Gruppe von Menschen in Deutschland besonders schädlich: Einwanderer.

Allerdings wird bei weitem nicht allen Immigranten die schützende Hand der Ideologen zuteil und dennoch finden sie sich in Europa ganz gut zurecht. Solange sich die Multikulti-Ideologen an ihren guten Taten ergötzen können, ist all dies jedoch zweitrangig. Was zählt, sind der Kampf gegen Rechts und das gute Gefühl. Denn wie ließe sich der Klassenkampf heute auch sonst weiterführen, gäbe es da nicht zumindest ein paar arme Menschen, in deren Namen man sich mit „der Gesellschaft“ anlegen kann?

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