Seit gestern bin ich Nafri

erstellt am: 01.01.2017 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Nafri steht bei der Polizei für „nordafrikanischer Intensivtäter“. Seit gestern sind alle Menschen türkischer und arabischer Herkunft erst einmal Nafris. Am Kölner Hauptbahnhof richtete die Polizei ihre Aufmerksamkeit auf junge Männer augenscheinlich arabischer Herkunft. Sie musste dies tun, weil im letzten Jahr zu viele dieser Männer Straftaten begingen. Dieses Jahr reagierte die Politik mit einem an Silvester noch nie dagewesenen Polizeiaufgebot. Mit Absperrgittern und Polizeiketten wurden junge Männer mit mutmaßlich nordafrikanischer Herkunft aussortiert und kontrolliert. Viele erhielten Platzverweise und niemand wird je sagen können, ob die des Platzes Verwiesenen eine echte Gefahr darstellten oder einfach nur ins Schema passten. Die Polizei musste konservativ und präventiv handeln. Damit hat sich die Opferzahl der zu laschen Einwanderungspolitik noch einmal erhöht – um eine unbestimmbare Anzahl an Menschen, die mit dem ganzen Mist gar nichts zu tun haben, aber zur allgemeinen Sicherheit in Sippenhaft genommen werden (müssen).

Immerhin. Die gute Nachricht ist, dass die Maßnahmen wirken. Die Zahl der angezeigten Sexualdelikte sank von 454 in der Silvesternacht 2015 auf nur noch 2 in der Silvesternacht 2016. Der Preis dafür ist, dass wir uns an diese Bilder gewöhnen müssen: Massive Polizeipräsenz, mit Scheinwerfern ausgeleuchtete öffentliche Plätze, umfassende Personenkontrollen, Polizisten in Schutzausrüstung und mit Maschinenpistolen, Betonhindernisse, die uns im öffentlichen Raum vor Anschlägen schützen sollen. Denn auch im Hinblick auf die Terrorgefahr hat die Polizei sichtlich aufgerüstet.

Am Ende stellen wir fest, dass wir es mit zwei Phänomenen zu tun haben, die eine Gemeinsamkeit besitzen: Beide sind importiert, weil sie ihre kulturelle Rechtfertigung aus dem Gegenentwurf des westlichen Humanismus ziehen, nämlich aus einem religiösen Wertesystem, das die Freiheit des Einzelnen nicht akzeptiert. Sowohl der Islamismus als auch die religiös begründete männliche Gewaltkultur richten sich letztendlich gegen die Selbstbestimmung des Menschen. Ihre ersten Opfer sind immer die Schwachen. Jetzt lernen wir, dass wir dem nur mit Stärke etwas entgegensetzen können. Dabei ist uns die Freiheit längst abhandengekomme. Diejenigen, die dies nicht sehen wollen, sind das eigentliche Problem. Mit ihrer Politik des Totschweigens, Beschwichtigens und mit ihrer falschen Toleranz liefern sie ihrem politischen Gegner die besten Argumente und machen am Ende denjenigen das Leben schwer, die sie eigentlich schützen wollen: Einwanderer türkischer und arabischer Herkunft, die einfach nur ihre Ruhe in einem einstmals freien Land haben wollen.

Kulturrelativismus: Tolerant, weltoffen, bunt und für die Kinderehe

erstellt am: 05.11.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Von Jan Böhmermann und der heute-show weiß ich, dass es in der ostdeutschen Provinz völlig normal ist, Ausländer zu verprügeln. Von Prof. Dr. Ahmet Toprak habe ich gelernt, dass das gar nicht schlimm sein muss, weil dieses Ausländerklatschen nunmal unter anderen sozialen Bedingungen stattfindet. Als Sozialwissenschaftler, der ich einmal werden wollte, muss man dies so sehen, schließlich ist Kulturrelativismus die Voraussetzung für wissenschaftliche Objektivität. Und weil sich, wie wir alle wissen, die sozialwissenschaftliche Theorie so wunderbar mit der Realität verträgt, kann man folgende Argumenation zur Kinderehe auch schamlos als Beitrag in einer großen deutschen Wochenzeitung bringen.

Mit der Kinderehe für die Kinderehre

Auf ZEIT-Online erklärt der Dortmunder Sozialwissenschafter Prof. Dr. Ahmet Toprak, unter welchen Bedingungen eine Kinderehe im ländlichen Afghanistan, Syrien oder Irak zustandekommt. Für die Mädchen bedeute sie den Übergang ins Erwachsenenalter und schütze sie vor dem Verlust ihrer „Ehre“. Man sei gewissermaßen gezwungen, junge Frauen früh zu verheiraten, da sie mit dem Verlust ihrer Jungfräulichkeit auf dem Heiratsmarkt nichts mehr wert sind. Auch spielten ökonomische Faktoren eine Rolle: Mit der Heirat geben Familien die Versorgung der Tochter in die Hände des Schwiegersohns. Außerdem seien Frauen wichtige Arbeitskräfte, was ein Grund dafür sei, dass junge Menschen häufig innerhalb der Familie verheiratet werden – man möchte den Verlust der Arbeitskraft der Frau an eine andere Familie vermeiden. (mehr …)

Guter Syrer, schlechter Syrer: Der Gutmenschen-Kolonialismus der westlichen Linken

erstellt am: 14.10.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Stolz wie Mama war Deutschland diese Woche auf zwei junge Männer aus Syrien, die ihren terrorverdächtigen Landsmann überwältigten und ihn der Polizei übergaben. Wie das genau ablief, kann man hier nachlesen. Wenn das stimmt, darf man den Herren gratulieren. Die meisten hätten sich aus dem Staub gemacht, die Polizei gerufen und sie die Drecksarbeit machen lassen. Ein wenig Applaus ist also durchaus angebracht.

Bei einigen scheint allerdings weniger die Art der „Festnahme“ für Jubel zu sorgen, als die Tatsache, dass die zwei Männer selbst Syrer sind und einen Landsmann an die Polizei verrieten. Manche möchten den neuen deutschen Helden gar das Bundesverdienstkreuz verleihen. Bei anhaltender Terrorgefahr dürften sich in den kommenden Jahren noch so einige Menschen einen Orden verdienen – sofern sie nahöstliche Migranten oder sowas in der Art sind, versteht sich. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf. Denn auch die großen Leitmedien sind aus dem Häuschen, als sei es etwas wirklich Außergewöhnliches, dass normale Menschen jemanden bei der Polizei melden, der plant, sich in einer Menschenmenge in die Luft zu sprengen. Selbst Jürgen Todenhöfer hätte da wohl auf sein Sensationsinterview verzichtet und die Bullen gerufen. Was will man uns mit all den Jubelmeldungen also sagen? (mehr …)

Ja, aber die Kreuzzüge!

erstellt am: 03.10.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Wo nun alle wissen, dass Islam leider kein Frieden ist, bemühen westliche Islamfans andere Strategien, um den islamophoben Mob ruhigzustellen. Christian Stöcker hat für SpOn einmal in die Geschichtsbücher geschaut und sich die christliche Barbarei im Mittelalter angesehen. Wie wir alle wissen, war die islamische Welt Europa damals weit voraus. Während sich Wissenschaftler in Bagdad und Córdoba mit schönen Dingen wie Medizin und Philosophie beschäftigten, suchte man in Europa eifrig nach Ketzern und schmiss das Pack auf den Scheiterhaufen. Um die Lieblingsreligion westlicher Linker in ein schönes Licht zu rücken, muss das natürlich ständig betont werden. Ist ja auch richtig. Fragt sich nur, was einem das dieser Tage bringt?

Christians Fazit ist aber wirklich schön: „Wenn die wechselvolle Geschichte von Islam und Europa eines zeigt, dann dies: Sobald die organisierte Religion – egal welche – dazu ermächtigt wird, politische und gesellschaftliche Normen zu setzen, wird es gefährlich.“

Merkste selbst, oder?

Dortmund: Kein Abdel-Samad, dafür Nazis und Islamisten

erstellt am: 19.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Ich lebe in einer Stadt, die zwanghaft darum bemüht ist, jedem ihre Weltoffenheit aufs Auge zu drücken. Dieses Jahr hat man in Dortmund gar ein ganzes Stadtfest mit dem peinlichen Namen „DORTBUNT!“ organisiert. Motto: Eine Stadt. Viele Gesichter. Ich fand das eher provinziell, aber man braucht das hier, schließlich gibt es eine aktive Naziszene, die mit ihrem Dung regelmäßig Gebrauch vom Demonstrationsrecht macht. Das ist schade, aber das Versammlungsrecht ist nun einmal ein hohes Gut und immerhin haben die Jungsozialisten dadurch ausreichend Gelegenheit, Arbeiterlieder zu singen, bevor es am nächsten Morgen wieder an die Uni geht.

Mit der Weltoffenheit ist es aber so eine Sache. Weltoffen sind ja gemeinhin Menschen, die ihre Vorurteile regelmäßig einem Test unterziehen und sich nicht vor Kritik scheuen. Wer sein Weltbild nicht regelmäßig hinterfragt, hat es schwer mit der Weltoffenheit. Die Antifa weiß das. Leider schießt man mit dem Kampf für diese Weltoffenheit gelegentlich über das Ziel hinaus. Zum Beispiel gehört es zur Weltoffenheit der Stadt Dortmund, dass Hamed Abdel-Samad kurzfristig von einer städtischen Veranstaltung ausgeladen wird. Am 23. September sollte er im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt bei der Diskussionsreihe „Talk im DKH“ auftreten, die vom Dortmunder Politikwissenschaftler Prof. Aladin El-Mafaalani moderiert wird. Gäste der Veranstaltungsreihe waren unter anderem bereits Lamya Kaddor und Prof. Christoph Butterwegge. Offiziell wurde die Veranstaltung aus organisatorischen Gründen abgesagt. Kurz war auch von Sicherheitsaspekten die Rede, was Abdel-Samad verneint, da für seine Sicherheit das BKA zuständig sei. Er selbst erklärt auf seiner Facebookseite, er gehe angesichts der vagen Gründe von einer politisch motivierten Absage aus. Interessant: Bereits vor zwei Jahren wurde eine Veranstaltung mit ihm bei der Dortmunder CDU abgesagt. Damals wurde die Raumbuchung durch den Dortmunder Integrationsrat zwei Tage vor der geplanten Veranstaltung storniert. Auf der Webseite der Veranstaltung vom 23. September steht nun, das DKH bemühe sich, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt anzubieten. Ob er dann kommen darf? (mehr …)

Fahren Flüchtlinge umsonst mit der Bahn?

erstellt am: 15.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Seit 2015 macht eine Meldung die Runde, nach der Flüchtlinge und ihre Begleiter kostenlos mit der Deutschen Bahn fahren können. Ein Artikel von SpOn ist beispielsweise so betitelt: „Bahn befördert Flüchtlinge und Begleiter kostenlos“. Gestern stieß ich via Twitter auf diesen Artikel vom 11.09.2015. Mein erster Gedanke: Wie will man das den Menschen vermitteln, die die normalen Preise der Bahn zahlen müssen oder sich keine Fahrt leisten können? Ich habe bei der Bahn nachgefragt. Sie schreibt, die Meldung gebe es schon seit längerer Zeit, jedoch sei sie nicht richtig – zumindest teilweise nicht. (mehr …)

Wenn deutsche Medien nicht weiter wissen, fragen sie den Fatwa-Rat

erstellt am: 10.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Als sich vor ein paar Jahren in Dresden eine Vereinigung mit dem Namen „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gründete, fand ich das gar nicht so lächerlich. Viele halten Islamisierung ja für einen Mythos und verweisen auf den geringen Anteil an Muslimen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, weshalb der Name PEGIDA an sich schon ein großer Witz sei. Das ist interessant, denn diejenigen, die sich mit Jan Böhmermann und der heute-show über den Vorwurf der Islamisierung lustig machen, bekommen bei jedem völkischen Idioten Schnappatmung und beheulen den Untergang unserer bunten Gesellschaft. Dass sich allein die Zahl der Salafisten zwischen 2011 und 2015 von 3.800 auf 7.500 nahezu verdoppelt hat, scheint für diese Menschen hingegen kein Problem zu sein und schon gar kein Zeichen von Islamisierung. Dabei lässt sich ein Wertewandel weg vom Säkularen und hin zum Einfluss archaisch-religiöser Traditionen noch an allerlei anderen Dingen ablesen als an seinen radikalsten Verästelungen. Man muss nur richtig hinschauen. (mehr …)

Landtagswahl: Im Osten haben Oberlehrer einen schlechten Stand

erstellt am: 05.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Mit Schießbefehlen kennt sich nicht nur Frauke Petry aus, das können auch die Demokratieverachter von der linken Seite, wenn es darum geht, den AfD-Wählern ihr Verständnis von Demokratie vor den Bug zu knallen. Diese lassen sich davon nicht beeindrucken, manche fühlen sich womöglich angestachelt und wählen erst recht die „Rechtspopulisten“. Ich frage mich derweil, warum selbst die zur Neutralität verpflichteten Öffentlich-Rechtlichen bei der AfD nicht ohne das Attribut „rechtspopulistisch“ auskommen, wo doch die Linke im Osten genau das Extrem von der anderen Seite ist, nämlich „linkspopulistisch“. Das sind die kleinen Feinheiten, die selbst der vermeintlich dumme AfD-Wähler versteht. (mehr …)

Jennifer Rostock: Dumm sind immer nur die anderen

erstellt am: 03.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Jennifer Rostock ist eine Band, deren Sängerin Jennifer heißt und die kein Fan der AfD ist, weil sie, so sagt sie, so links ist, dass ihr die Mitte schon wieder zu rechts ist. Weil es als junger Mensch scheinbar zum Linkssein dazugehört, oberflächliche politische Statements rauszuhauen, um sich Fame bei seinen Leuten abzuholen, hat Jennifer ein Lied über die AfD gesungen. Die ist schließlich nicht beliebt, besonders nicht bei jungen Menschen, sondern eher bei pensionierten Mathelehrern, also alten Menschen. Viele von ihnen sind außerdem ziemlich dumm, habe ich gehört.

Das Problem mit der Dummheit ist aber, dass diejenigen, die andere als dumm darstellen, irgendwann faul werden und sich denken: Wenn die anderen doch eh alle dumm sind, dann kann ich über die Dummen ja behaupten, was ich will. Alle werden mir glauben, weil gemeinhin bekannt ist, dass die anderen alle dumm sind und Dumme ja meist falsch liegen. Wenn die anderen also dumm sind und falsch liegen, dann habe ich immer recht, wenn ich gegen die Dummen bin. Logisch. Das ist, glaube ich, sehr bequem. Ich wünschte meine Welt bestünden auch nur aus mir und den anderen Dummen, dann hätte ich immer Recht. (mehr …)

Frauen ans Kinderbett! Italien hat einen Fertilityday und Feministxs laufen Sturm

erstellt am: 01.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft

Männer können auch im hohen Alter noch Vater werden. Harald Martenstein weiß das. Bei Frauen ist das schwieriger. Darum und weil die italienische Regierung sich offenbar mehr italienischen Nachwuchs wünscht, hat das Gesundheitsministerium den 22. September zum Fertilityday ernannt. In einer Kampagne erinnert sie Frauen an ihre biologische Uhr – nicht, dass die jungen Damen das verpennen.

Über Sinn und Unsinn dieser Kampagne kann man streiten. Ich halte sie für unsinnig. Vor allem die Äußerung, die Fruchtbarkeit der Frau sei auch Gemeinwohl, gefällt mir gar nicht, weil ich bekanntermaßen ein liberales Schwein bin. Ich würde mir vom Staat auch nicht sagen lassen, meine Eier gehörten ihm.

Weil #teamginalisa ja vorbei ist, stürzen sich die Feministinnen nun wie die Gottesanbeterinnen auf die italienische Familienministerin Beatrice Lorenzin, die sich die Kampagne ausgedacht hat. Das sei Sexismus und wie immer, wenn es um Sexismus oder andere Ismen geht, haben diejenigen, die den Ismus nicht erkennen, es einfach nicht verstanden. Nun, ich habe es nicht verstanden, aber ich habe eine Vermutung: Der Fertilityday stößt den Damen und Herrinnen übel auf, weil er sie an etwas sehr Unangenehmes erinnert: Die Realität.