Kulturrelativismus: Tolerant, weltoffen, bunt und für die Kinderehe

erstellt am: 05.11.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Von Jan Böhmermann und der heute-show weiß ich, dass es in der ostdeutschen Provinz völlig normal ist, Ausländer zu verprügeln. Von Prof. Dr. Ahmet Toprak habe ich gelernt, dass das gar nicht schlimm sein muss, weil dieses Ausländerklatschen nunmal unter anderen sozialen Bedingungen stattfindet. Als Sozialwissenschaftler, der ich einmal werden wollte, muss man dies so sehen, schließlich ist Kulturrelativismus die Voraussetzung für wissenschaftliche Objektivität. Und weil sich, wie wir alle wissen, die sozialwissenschaftliche Theorie so wunderbar mit der Realität verträgt, kann man folgende Argumenation zur Kinderehe auch schamlos als Beitrag in einer großen deutschen Wochenzeitung bringen.

Mit der Kinderehe für die Kinderehre

Auf ZEIT-Online erklärt der Dortmunder Sozialwissenschafter Prof. Dr. Ahmet Toprak, unter welchen Bedingungen eine Kinderehe im ländlichen Afghanistan, Syrien oder Irak zustandekommt. Für die Mädchen bedeute sie den Übergang ins Erwachsenenalter und schütze sie vor dem Verlust ihrer „Ehre“. Man sei gewissermaßen gezwungen, junge Frauen früh zu verheiraten, da sie mit dem Verlust ihrer Jungfräulichkeit auf dem Heiratsmarkt nichts mehr wert sind. Auch spielten ökonomische Faktoren eine Rolle: Mit der Heirat geben Familien die Versorgung der Tochter in die Hände des Schwiegersohns. Außerdem seien Frauen wichtige Arbeitskräfte, was ein Grund dafür sei, dass junge Menschen häufig innerhalb der Familie verheiratet werden – man möchte den Verlust der Arbeitskraft der Frau an eine andere Familie vermeiden. (mehr …)

Ja, aber die Kreuzzüge!

erstellt am: 03.10.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Wo nun alle wissen, dass Islam leider kein Frieden ist, bemühen westliche Islamfans andere Strategien, um den islamophoben Mob ruhigzustellen. Christian Stöcker hat für SpOn einmal in die Geschichtsbücher geschaut und sich die christliche Barbarei im Mittelalter angesehen. Wie wir alle wissen, war die islamische Welt Europa damals weit voraus. Während sich Wissenschaftler in Bagdad und Córdoba mit schönen Dingen wie Medizin und Philosophie beschäftigten, suchte man in Europa eifrig nach Ketzern und schmiss das Pack auf den Scheiterhaufen. Um die Lieblingsreligion westlicher Linker in ein schönes Licht zu rücken, muss das natürlich ständig betont werden. Ist ja auch richtig. Fragt sich nur, was einem das dieser Tage bringt?

Christians Fazit ist aber wirklich schön: „Wenn die wechselvolle Geschichte von Islam und Europa eines zeigt, dann dies: Sobald die organisierte Religion – egal welche – dazu ermächtigt wird, politische und gesellschaftliche Normen zu setzen, wird es gefährlich.“

Merkste selbst, oder?

Dortmund: Kein Abdel-Samad, dafür Nazis und Islamisten

erstellt am: 19.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Ich lebe in einer Stadt, die zwanghaft darum bemüht ist, jedem ihre Weltoffenheit aufs Auge zu drücken. Dieses Jahr hat man in Dortmund gar ein ganzes Stadtfest mit dem peinlichen Namen „DORTBUNT!“ organisiert. Motto: Eine Stadt. Viele Gesichter. Ich fand das eher provinziell, aber man braucht das hier, schließlich gibt es eine aktive Naziszene, die mit ihrem Dung regelmäßig Gebrauch vom Demonstrationsrecht macht. Das ist schade, aber das Versammlungsrecht ist nun einmal ein hohes Gut und immerhin haben die Jungsozialisten dadurch ausreichend Gelegenheit, Arbeiterlieder zu singen, bevor es am nächsten Morgen wieder an die Uni geht.

Mit der Weltoffenheit ist es aber so eine Sache. Weltoffen sind ja gemeinhin Menschen, die ihre Vorurteile regelmäßig einem Test unterziehen und sich nicht vor Kritik scheuen. Wer sein Weltbild nicht regelmäßig hinterfragt, hat es schwer mit der Weltoffenheit. Die Antifa weiß das. Leider schießt man mit dem Kampf für diese Weltoffenheit gelegentlich über das Ziel hinaus. Zum Beispiel gehört es zur Weltoffenheit der Stadt Dortmund, dass Hamed Abdel-Samad kurzfristig von einer städtischen Veranstaltung ausgeladen wird. Am 23. September sollte er im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt bei der Diskussionsreihe „Talk im DKH“ auftreten, die vom Dortmunder Politikwissenschaftler Prof. Aladin El-Mafaalani moderiert wird. Gäste der Veranstaltungsreihe waren unter anderem bereits Lamya Kaddor und Prof. Christoph Butterwegge. Offiziell wurde die Veranstaltung aus organisatorischen Gründen abgesagt. Kurz war auch von Sicherheitsaspekten die Rede, was Abdel-Samad verneint, da für seine Sicherheit das BKA zuständig sei. Er selbst erklärt auf seiner Facebookseite, er gehe angesichts der vagen Gründe von einer politisch motivierten Absage aus. Interessant: Bereits vor zwei Jahren wurde eine Veranstaltung mit ihm bei der Dortmunder CDU abgesagt. Damals wurde die Raumbuchung durch den Dortmunder Integrationsrat zwei Tage vor der geplanten Veranstaltung storniert. Auf der Webseite der Veranstaltung vom 23. September steht nun, das DKH bemühe sich, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt anzubieten. Ob er dann kommen darf? (mehr …)

Wenn deutsche Medien nicht weiter wissen, fragen sie den Fatwa-Rat

erstellt am: 10.09.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Als sich vor ein paar Jahren in Dresden eine Vereinigung mit dem Namen „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gründete, fand ich das gar nicht so lächerlich. Viele halten Islamisierung ja für einen Mythos und verweisen auf den geringen Anteil an Muslimen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, weshalb der Name PEGIDA an sich schon ein großer Witz sei. Das ist interessant, denn diejenigen, die sich mit Jan Böhmermann und der heute-show über den Vorwurf der Islamisierung lustig machen, bekommen bei jedem völkischen Idioten Schnappatmung und beheulen den Untergang unserer bunten Gesellschaft. Dass sich allein die Zahl der Salafisten zwischen 2011 und 2015 von 3.800 auf 7.500 nahezu verdoppelt hat, scheint für diese Menschen hingegen kein Problem zu sein und schon gar kein Zeichen von Islamisierung. Dabei lässt sich ein Wertewandel weg vom Säkularen und hin zum Einfluss archaisch-religiöser Traditionen noch an allerlei anderen Dingen ablesen als an seinen radikalsten Verästelungen. Man muss nur richtig hinschauen. (mehr …)

Zwangsehen: „Nun gehört es zu unserem Wertesystem auch, dass die Eltern über ihre Kinder entscheiden können“

erstellt am: 30.08.2016 | von: karim | Kategorie(n): Gesellschaft, Islam

Vieles ist erlaubt, geschieht es nur aus Rücksicht auf kulturelle Vielfalt. Für Claus Kleber gilt dies auch im Falle minderjähriger Frauen, die von ihren Eltern unter Zwang verheiratet werden. Im heute-journal wollte er von der pakistanischen Frauenrechtlerin Sabatina James wissen, wie der Staat mit Früh- und Zwangsverheiratungen umgehen soll. Nun gehört es zur Aufgabe eines Journalisten, die Interviewte auch mit frechen Fragen aus der Reserve zu locken. Häufig geben aber gerade diese Nachfragen einen interessanten Einblick in das Stimmungsbild der Redaktion.

Weil das Interview ein Idealbeispiel dafür ist, wie wir unseren Kulturrelativismus inzwischen auch auf ganz essenzielle Fragen ausweiten, möchte ich Claus Kleber die Antworten geben, die seinen dämlichen Fragen gerecht werden. Das Originalvideo mit den Antworten von Sabatina James findet ihr weiter unten. (mehr …)